Eine sportliche Weihnachtsgeschichte…

Christian schreibt:

Der Sommer ist vorbei bei uns, während auf der anderen Erdhalbkugel der Sommer 2013/2014 gerade so richtig beginnt, und damit auch die dortige Triathlon-Saison.

Um ehrlich zu sein war es von mir vor wenigen Monaten schon fast sicher geplant, meine Triathlon-Saison da zu beginnen, wo sie am anderen Ende unserer Welt endet – in Südafrika.

Südafrika ist zuletzt ja leider durch eine sehr, sehr traurige Nachricht wieder in den Schlagzeilen gelandet, aber mich verbindet mit diesem Land noch sehr viel mehr. Mit 14 Jahren, also vor 10 Jahren, durfte ich dort eine Zeit lang bei einer Gastfamilie in der Nähe von Johannesburg leben. Es war eine unglaublich tolle Zeit, die ich mit unglaublich tollen Menschen in einem unglaublich tollen Land verbringen durfte und es wäre ein unglaublich tolles Comeback gewesen, dort beim 10-Jähirgen Jubiläum des Ironman South Africa zu starten und zu finishen, in meinem zweiten „home sweet home“. Schließlich hat sich damals mein ganzes Leben völlig verändert, mein Blick auf die Welt ist ein anderer geworden. Ich sehe Menschen nun als Menschen, egal woher sie kommen, wer sie sind oder was sie machen – all das und bei vielem mehr hat sich meine Sicht verändert und… damals habe ich auch mit dem Sport intensiv begonnen, Südafrika ist also mein Geburtsstätte als Triathlet.

Gerne hätte ich mir einen Ironman-Start dort zu Weihnachten vom Christkind gewünscht, aber was mich gerade auch die Zeit in Südafrika gelehrt hat, das war eine gewisse Bescheidenheit um nicht das Alltägliche und eigentlich so Schöne aus den Augen zu verlieren, was schon selbstverständlich zu sein scheint. So gibt es in meinem privaten Leben im Moment gewisse „Umstrukturierungen“, so dass ein regelmäßiges Langdistanz-Training mit den vielen Vorbereitungsstunden einfach nicht möglich ist. Bescheidenheit bezüglich der Zielzeit ist für mich dann doch etwas schwieriger zu akzeptieren als Bescheidenheit bezüglich einer Teilnahme am Rennen.

So bekomme ich vom Christkind zu Weihnachten 2013 etwas bescheideneres, als eine kurze Reise zum Ironman South Africa 2014. Und doch scheint dieses Geschenk trotz allem etwas großes und unheimlich wertvolles zu sein, etwas das man in der heutigen und so schnelllebigen und leistungsorientierten Welt schon fast vergisst. Mein Geschenk 2014 ist die Einsicht, dass Triathlon so viel mehr ist, als Schwimmen, Radfahren und Laufen – Triathlon ist Sport, ein Sport der jede Sekunde Spaß machen kann, wenn man bei all dem manchmal harten Training nicht vergisst, dass der Weg, also das Training, zählt und nicht das Ziel. Mein Geschenk ist es, dass ich nicht mehr blind bin und wieder sehen kann, sehen wie schön unser Dreikampf abseits von allem Kommerz strahlt, egal ob es die Lichter unter Wasser im warmen Hallenbad sind, wenn es draußen ungemütlich und kalt ist. Oder ob es der Bildschirm meines Notebooks ist, wenn ich auf meinem Ergometer per Live-Stream Wintersport anschauen kann, genauso wie in meine Sonnenbrille das Licht strahlt, wenn ich an einem herrlich klaren Wintertag durch den Schnee laufen kann. Triathlon ist nicht nur ein Sport bei dem man eine Leistung bringt, Triathlon ist auch ein Sport bei dem man von der Leistung im Alltag einmal abschalten kann.

Der Sommer ist bei uns vorbei, aber der Spaß am Sport fängt jetzt erst richtig an.

Ich wünsche Dir noch eine ruhige und besinnliche Adventszeit und ein frohes Weihnachtsfest!

Christian

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