So wars – unser Benefizlauf nach Cesenatico

Michael erzählt Dir heute seine Geschichte des Benefizlaufs 2013:

Am Freitag den 30.08.13 ging‘s endlich los. Nach endlosen Wochen Training und Planung startetetn wir, die Läufer der SVG-Ruhstorf, zu unserem Lauf zu Gunsten der sozialpädriatischen Abteilung des Kinderkrankenhauses Passau nach Cesenatico. Ausgestattet mit dem Segen des Ruhstorfer Pfarrers und guten Wünschen von Bürgermeister und Freunden und Familie stürzten wir uns in ein Laufabenteuer, das uns die nächsten 5 Tage buchstäblich in Atem halten sollte. Die erste Etappe sollte uns bis Rosenheim führen.

Da der Start natürlich in bekannter Umgebung stattfand, war erst mal noch frühstücken angesagt; danach wollten wir die erste Staffelübergabe in Kirchham anfeuern. Denkste! Bis wir alles verputzt hatten, waren die ersten Staffeln schon durch. Tempo, Tempo!
Unser Bus stieg in Perach ins Renngeschehen ein. Zum ersten Mal mussten wir uns an den richtigen Wechselplatz navigieren und die anderen Läufer finden. Hat aber ganz gut geklappt. Alex gab eine erste Probe seiner Navikünste ab, er sollte uns noch oft zurück auf den rechten Weg bringen ;-). Mein erster Einsatz ging dann mit Alfons über knapp 8km; im 4:45er-Schnitt waren wir am Inn ziemlich flott Richtung Mühldorf unterwegs.
Auf unserer Nachmittagsetappe merkten wir dann, daß Wirklichkeit und Landkarte nicht immer zusammenpassen: der eingezeichnete Weg stimmte nicht und wir haben einige Zusatzkilometer hinter uns gebracht, wir waren nicht das einzige Team, das diese Erfahrung machen musste. Letztendlich fanden aber alle Busse zum Wendlerhof in der Nähe von Rosenheim.
In der Nacht dann ein prominenter Ausfall: ausgerechnet unser „Spaßminister“ Peter bekam Schüttelfrost und Fieber und musste morgens zusammen mit seiner Frau Heide die Rückfahrt per Zug antreten. Schade, den beiden und uns allen anderen ist dadurch viel Spaß entgangen.
Tag 2 sollte unsere Laufgemeinschaft von Rosenheim an den Brenner bringen. Entlang des Inns gab‘s einige schöne Ort zu erkunden, besonders in Erinnerung ist mir Bad Hall geblieben, das eine schöne Altstadt mit netten Lokalen besitzt. Bettina und ich glichen unseren Flüssigkeitsverlust mit dem
Unser Team vom Bus 2:
Sieglinde, Bettina, Max, Alfons, Hans, Alex und Michael
ersten Aperol Sprizz aus. Jeder Bus musste die Erfahrung machen, daß nur Extrakilometer erst zum Ziel führen, Sepp B. und Andrea dehnten ihre Runde von geplant 9 km auf fast 16 km aus. Beim München-Marathon wird’s sich auszahlen, Sepp; da bin ich mir sicher!

Danach der Aufstieg zum Brennerpass: über das Patsch und Matrei ging‘s zum Brenner. Durch ständige Wechsel der Läufer konnten wir das Tempo hochhalten und das Dach der Tour war erreicht. Oben waren bereits die anderen Busse zur Stelle und unser Jubelgeschrei hat bei den Leuten einige Verwunderung ausgelöst.

Die Nacht war kurz aber zumindest in einem Punkt erfreulich: 6 Mann auf der Stube aber kein Schnarcher dabei ;-D, wenigstens einigermaßen ausgeschlafen. Nach dem Frühstück ging‘s für uns mit dem Bus nach Brixen, um 10.00 Uhr waren wir an der Reihe. Nach einem Espresso im Stehen in einer tollen Bar in der Brixener Altstadt ging‘s los, immer bergab auf den Eisack-Radweg, da konnten wir richtig Tempo machen. Die ersten Obstplantagen und Weingärten lagen auf dem Weg, und nach dem Wechsel haben wir uns die reifen roten Trauben schmecken lassen.

Mittag verbrachten wir in Bozen, wo wir ein schönes Lokal am Waltherplatz fanden und in der Sonne saßen.

Der zweite Teil unseres Wegs begann für Bus 2 in Trento, wo wir einen italienischen Läufer kennenlernten, der sich für den Venedig-Marathon vorbereitete. Mit Englisch, Speisekarten-italienisch, Händen und Füssen haben wir uns unterhalten und ihm von unserem Lauf erzählt. Hat ihn wirklich beeindruckt, glaube ich. Nach einer guten ¾-Stunde stand er plötzlich wieder da. Wir haben ihm dann einige gute Tips zur weiteren Etappe zu verdanken, da unser geplanter Wechselpunkt mit dem Bus nicht erreichbar gewesen wäre und er uns darauf aufmerksam gemacht hat. Unsere erste Gruppe hätte sonst fast 18km durchlaufen müssen! Abends erreichten wir Rovereto und nachdem alle geduscht und ausgeruht waren, gingen wir auf die Suche nach einem Lokal, das Platz für uns hatte. Nudeln und Wein richteten uns wieder auf, und die Flasche Grappa, die die Wirtin (etwas unfreiwillig) gestiftet hat, half gegen die Muskelschmerzen ;-).
Der 3. Tag begann für uns mit einem Paukenschlag: kaum gestartet, trat Max in ein Schlagloch, stolperte und lag nach einem Panthersprung vor mir auf der Strasse. Irgendwie hatte er es geschafft, sich nur die Hände aufzuschürfen, das allerdings gründlich! Die Handballen waren bis aufs nackte Fleisch offen. Nach einer notdürftigen Versorgung, bei der wir die Wunde ausspülten und mit Pflaster abgedeckt haben, wollte Max trotzdem auf die 10 km-Strecke starten. Nur die Harten kommen in den Garten, oder Max? Bei km 5 musste ich dann mal bremsen, Max wurde immer schneller, da war wohl jede Menge Adrenalin im Spiel . Nachdem wir unsere Etappe abgeschlossen und an die nächste Staffel übergeben hatten, machten wir uns auf den Weg zum Doc, der sich Max dann richtig vorgenommen hat. Das Desinfektionsmittel hat bleibenden Eindruck bei Max hinterlassen, glaube ich.
Durch die Aktion waren zeitlich ziemlich in Verzug, für Mittagessen war keine Zeit, weil wir schon wieder dran waren und der Weg noch weit war. Aber auf Hans war Verlass und mit Hilfe der Navgation von Alex brachte er genau zum Startpunkt. In der Mittagshitze machten wir uns auf den Weg Richtung Ferrara. Unser Weg war in einer Stadt namens Ceresa zu Ende und wir hatten alle Hunger und Durst. Was wir nicht bedacht haben: Nachmittags ist Siesta, sogar die Cafes waren zu. In einer Bar bekamen wir noch eine Cola, aber dann hatte Max eine Idee: auf dem Weg hatte einen Supermarkt gesehen, dort konnten wir uns versorgen. Hans chauffierte uns da hin, wir kauften alle mit beiden Händen ein und standen bald mit Cola, Bier, Salami, Käse, Brot, Chips und… Essiggurken um unseren Bus herum und haben‘s uns schmecken lassen.

Ferrara hat uns dann überrascht. Das Youthhostel mitten in der Stadt, WLAN frei, Zimmer groß und nicht voll belegt. Die malerische Altstadt nur ein paar Fußminuten entfernt, so wie man sich das vorstellt in Italien: viele Lokale, gutes Essen und Trinken und das Leben pulst bis in die späte Nacht. Mit Pizza und ein paar Bierchen haben wir alle Speicher wieder aufgefüllt.
Die Nacht war kurz, wir waren die erste Mannschaft des Tages, um 7.00 Uhr gings direkt vom Hotel los nach Cesenatico. In der kühlen Luft konnten wir auf den ersten 5 km noch eine schöne Sightseeing-Tour vorbei an Diamantpalast und Burg durch die Stadt machen, während Ferrara langsam wach wurde. Das war wirklich toll! Kontrastprogramm dann auf den zweiten 5 km des Tages: Berufsverkehr auf der Ausfallstrasse, die wir laufen mussten – lebensgefährlich!
Unser Nachmittagspensum war da schon wieder beschaulicher, wir liefen durch kleine Dörfer Cesenatico entgegen. Jedes Haus hatte einen Hund und so wurden mit Gebell durch die Ortschaften geleitet; Gott sei Dank waren die Tore überall geschlossen.

Kurz vor Cesenatico sammelten sich dann alle 5 Busse, dann war Gruppenumarmung angesagt. Es war geschafft. Überraschung des Tages war eine Motoradeskorte, die uns mit einigen italienischen Läufern, die uns entgegen gekommen sind, ins Zentrum von Cesenatico begleitete und danach für etliche Fotos herhalten musste.

Danach wurde es turbulent: Empfang durch die Bürgermeister von Cesenatico und Ruhstorf, Ansprachen, Fotos, Presse und Fernsehen und zu guter Letzt ein Buffet in einem schattigen Innenhof des Schifffahrtmuseums. Häppchen, kalte Getränke und Spumante, genial nach einem langen Läufertag! Immer wieder gab‘s Umarmung und Schulterklopfen.
Frisch geduscht erhielten wir am Abend noch den Segen des Pfarrers des Doms von Cesenatico, danach stürzten wir uns aufs Abendessen und ließen die letzten Tage immer wieder Revue passieren. Mit der Zeit wurden da die Berge steiler, die Hitze unerträglich und der km-Schnitt immer schneller .
Nach einigen schönen Tagen am Strand haben dann am Samstag alle wieder die Heimreise angetreten, mit vielen schönen Erinnerungen. Bestimmt hat jeder Bus eine andere Geschichte zu erzählen.
Diese Reise war für mich eine ganz neue Erfahrung: innerhalb von 5 Tagen mehr als 100km zu laufen war für mich ebenso neu, wie die Orientierung auf der Strecke mit Karte und GPS und die fehlenden Möglichkeiten zur Regeneration. Trotzdem würde ich sofort und jederzeit wieder mitmachen. Die Kameradschaft mit den Läufern unseres Vereins war super, jeder Tag brachte neue Erlebnisse und zu guter Letzt dient das ganze einem guten Zweck: Spenden für die Kinderklinik Passau zu sammeln.

Deshalb nochmal meine Bitte: unterstützt uns und spendet; auch ein kleiner Betrag hilft! Die Aktion dauert noch bis zum Jahresende 2013

Bankverbindung: Sportvereinigung Ruhstorf, Sparte Leichtathletik, Konto Nr. 400 301 310;
BLZ: 740 670 00, IBAN: DE56 7406 7000 0400 3013 10; BIC GENODEF1POCBIG
Verwendungszweck: Spendenlauf Kinderklinik Dritter Orden Passau (SPZ)
Spendenquittung kann ausgestellt werden.

P.S. Die wirklich tollen Bilder zum Lauf werden nach und nach in den kommenden Tagen auf unserer Facebook-Seite hochgeladen. Reinschauen lohnt sich, wenn du beispielsweise die reifen roten Trauben sehen willst, die sich die Läufer schmecken ließen 😉

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